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vom 18.08.2007 - Seite 001
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Brautkleid bleibt Brautkleid
Zwischen 1000 und 2000 Euro gibt eine Braut durchschnittlich für ihr Kleid aus. Am 1. Wiener Brautkleidball können Verheiratete mit ihrer Robe nun auf einer zweiten Hochzeit tanzen.
Von Christina Tropper
Eine intime Hochzeitsfeier: Fiakerfahrt, Hochzeitstorte, Eröffnungswalzer, Galadinner und 100 Gäste im Wiener Hotel Bristol. Kein Paar kennt das andere. Warum? Am 25. August steigt der 1. Wiener Brautkleidball, zu dem 50 Paare eingeladen sind, die nur eines gemeinsam haben: einen Ehering.
"Pärchen, die schon 25 Jahre verheiratet sind, kommen ebenso wie Ehefrischlinge - in Hochzeitskleidung versteht sich. Ich selbst habe vor einem Monat den Bund der Ehe geschlossen und freue mich jetzt schon, wenn ich das schöne Kleid wieder anziehen kann", sagt Susanne Hummel, Hochzeitsplanerin aus Wien und Ballorganisatorin.
Dabei ist die Idee zum Ball nicht neu: Schon seit zehn Jahren werden in Deutschland Brautkleidbälle veranstaltet - mittlerweile tanzen auch in den USA, Italien und Griechenland Paare auf zwei Hochzeiten. "Der Anschnitt der Hochzeitstorte wird verlost. Aber tanzen dürfen freilich alle Paare", sagt Hummel.
"Die meisten Brautkleider werden in Kästen oder am Dachboden eingemottet und aufgehoben. Aber die nächste Generation muss sich nicht fürchten, denn Brautkleider an die Tochter weiterzugeben ist schon lange kein Thema mehr", sagt Hochzeitsplanerin Gabi Socher aus Gmunden. Und Erika Baudisch vom Festmoden-Spezialisten Hänsel und Gretel in Gunskirchen ist überzeugt, "dass es eine Freude ist, von Jahr zu Jahr zu merken, dass man noch ins Kleid hineinpasst."
Prunk ist wieder angesagt
Der Geschmack ändert sich auch in der Brautmode: "Als ich vor acht Jahren begonnen habe Hochzeiten zu planen, waren schlichte Kleider beliebt. Klare Schnitte, wenig Prunk. Seit heuer darf es wieder funkeln und glitzern. Richtige Sissi-Kleider sind der absolute Hit", sagt Hochzeitsplanerin Socher.
Sie weiß, dass 85 Prozent ihrer Kunden in Weiß oder Champagner "Ja" sagen: "Wenn die Materialien stimmen, Voraussetzung dafür sind Naturfasern wie etwa Seide und Baumwolle, können die edlen Roben auch umgefärbt werden. Dann hat man ein Ballkleid mit Erinnerungswert." Kostenpunkt: 190 bis 230 Euro. In Oberösterreich gibt's keine Färbereibetriebe mehr, dafür aber in Wien (R.& E. Goebel, Wien, Tel.: 01-5878234).
Die Idee des Brautkleidballes gefällt Hochzeitsplanerin Socher auch für Oberösterreich sehr gut: "Viele Paare heiraten ungefähr im gleichen Alter. So kann man im Freundeskreis gemeinsam auf einen Brautkleidball gehen. Als Location würde sich dafür das Schloss Orth in Gmunden anbieten - eine unheimlich romantische Kulisse."
Trachten und Zweiteiler
Leichter zu variieren sind Trachtenkleider oder Zweiteiler, die mit einem Farbtupfer aufpeppt werden können. Sacher: "Eine farbige Trachtenschürze oder ein bunter Rock zum weißen Oberteil machen ein völlig neues Outfit." Eine weitere Möglichkeit zur Wiederverwertung: aus der Brautrobe das Taufkleid der Kinder schneidern lassen.
Judith Lang, Verkäuferin im 1. Linzer Brautmodensalon, hat auch ihre Erfahrungen mit getragenen Kleidern: "Es kommt vor, dass bei einer stürmischen Hochzeitsnacht der Bräutigam die Braut aus dem Kleid schneidet. Da kommen die Herren nicht mit dem Reißverschluss zurecht und werden von der Leidenschaft gepackt. Wir müssen's dann reparieren, denn das Kleid will sich doch jede Frau aufheben oder zumindest weiterverkaufen."
Auch von ritueller Verbrennung der Kleider nach der Scheidung hört man das eine oder andere Mal, doch davon wollen aber weder Hochzeitsplanerin noch Brautkleidverkäuferin etwas wissen.
Informationen: Brautkleidball Wien: www.hochzeitshummel.at, Sie haben Interesse an einem Brautkleidball OÖ? Fragen dazu: gabi.socher@sagja-at
Was tun mit dem Hochzeitskleid nach der Trauung? Schauen Sie doch beim 1. Wiener Brautkleidball vorbei. Auch sonst gibt's viele Verwendungen für die edlen Roben. Foto: Köpf |
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